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Kein Wechsel zur Abschreibung auf die Restnutzungsdauer

Eine Steuerpflichtige war Eigentümerin eines Geschäftsgrundstücks, das mit einem Werkstatt- und Ausstellungsgebäude bebaut war. Dieses vermietete sie an das Unternehmen ihres Ehemanns. Das Objekt wurde seit der Fertigstellung degressiv abgeschrieben. Im Streitjahr betrug der AfA-Satz noch 1,25 %. Es erfolgte eine Erweiterung um einen Anbau sowie die Überdachung einer im Freigelände liegende Ausstellungsfläche, die die bisherige AfA-Bemessungsgrundlage um 85.000 € erhöhte. In der Einkommensteuererklärung 2009 berechnete die Steuerpflichtige die Abschreibung nunmehr mit 10 % des Gebäuderestwertes. Das Finanzamt berücksichtigte jedoch lediglich eine AfA i.H.v. 1,25 %.

Das Finanzgericht wies die Klage ab. Anstelle der linearen Abschreibung könne in bestimmten Fällen eine Abschreibung anhand der tatsächlichen Nutzungsdauer vorgenommen werden. Habe sich der Steuerpflichtige jedoch - wie im vorliegenden Fall - zunächst für die degressive Abschreibung entschieden, so sei nach ständiger BFH-Rechtsprechung der spätere Wechsel zur linearen AfA ausgeschlossen. Die Vorschrift zur degressiven AfA enthalte starre, unveränderliche Staffelsätze für die gesamte Dauer der Absetzungen. Diese dürften in den einzelnen Jahren weder über- noch unterschritten werden. Habe der Steuerpflichtige den Vorteil der erhöhten Absetzungen in den ersten Jahren der Nutzungsdauer gezogen, so müsse er auch die Nachteile in Kauf nehmen. Da es sich bei der Abschreibung auf die Restnutzungsdauer auch um eine lineare Abschreibung - lediglich mit abweichender Abschreibungsdauer - handele, müsse das Verbot auch hier gelten.

Quelle: FG Baden-Württemberg, Urteil vom 27. Oktober 2015, 5 K 1909/12,Revision eingelegt (Az. des BFH: IX R 33/16)

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