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Trockenes Brötchen und Kaffee gelten nicht als Frühstück 

Trockene Brötchen in Kombination mit Heißgetränken sind kein lohnsteuerpflichtiger Sachbezug in Form eines Frühstücks - so das Finanzgericht Münster. Geklagt hatte ein Unternehmen mit 80 Mitarbeitern, das täglich ca. 150 Brötchen (Laugen-, Käse-, Schoko- und Roggenbrötchen etc.) bestellte, die in Körben auf einem Buffet in der Kantine für Mitarbeiter sowie für Kunden und Gäste zum Verzehr zur Verfügung standen. Dabei wurden nur die Brötchen, aber kein Aufschnitt oder sonstige Beläge ausgereicht. Zudem konnten sich die Mitarbeiter, Kunden und Gäste ganztägig unentgeltlich aus einem Heißgetränkeautomaten bedienen. Ein Großteil der Brötchen wurde von den Mitarbeitern in der Vormittagspause verzehrt. Das Finanzamt sah hierin eine unentgeltliche Zurverfügungstellung einer Mahlzeit an Arbeitnehmer in Form eines Frühstücks, welches mit den Sachbezugswerten nach der Sozialversicherungsentgeltverordnung zu besteuern sei. Das beurteilte das Finanzgericht Münster jedoch anders. Ein trockenes Brötchen und ein Heißgetränk seien kein „Frühstück“ im Sinne der Sozialversicherungsverordnung. Entscheidend sei nämlich die allgemeine Lebensauffassung. Im Sprachgebrauch sei davon auszugehen, dass zum Mindeststandard eines Frühstücks in Form von Brötchen oder Backwaren in Kombination mit Getränken auch ein entsprechender Brotaufstrich gehöre. Es liege zwar ein Sachbezug vor, jedoch nicht in Form eines „Frühstücks“, sondern in Form von „Kost“. Da die Sachbezugswerte von „Kost“ geringer anzusetzen sind als bei einem „Frühstück“, sei die geltende Freigrenze von 44 € pro Monat nicht überschritten worden.

Hinweis:

Da sich der BFH noch nicht mit der Frage auseinandergesetzt hat, welche Nahrungsmittel (z.B. Brot bzw. Brötchen mit oder ohne Belag oder sonstige Beilagen) und Getränke bzw. Genussmittel (z.B. Kaltgetränke, Kaffee oder Tee) von einem Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern unentgeltlich oder teilentgeltlich zur Verfügung gestellt werden müssen, um von dem Vorliegen eines „Frühstücks bzw. einer Mahlzeit“ ausgehen zu können, hat das Finanzgericht die Revision zugelassen, die auch eingelegt wurde. Vergleichbare Fälle sollten insofern bis zur endgültigen Entscheidung durch den BFH offen gehalten werden.
Quelle: FG Münster, Urteil vom 31. Mai 2017, 11 K 4108/14; Revision eingelegt (Az. des BFH: VI R 36/17), DB 2017 S. 18

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